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MoneyMuseum

Das MoneyMuseum ist ein Ort des Dialogs und intensiven, begleiteten Austauschs. Hier können sich Interessierte über die kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Hintergründe, Zusammenhänge und Veränderungen von Geld informieren und über dessen Einfluss auf ihr persönliches Leben austauschen.

Für unsere Besucher und Besucherinnen

unsere bibliophilen Bücher (Bookophile)

Warum es Bookophile gibt? Bücher tragen Ideen. Bibliophile Bücher spiegeln ihre Zeit und ihre Welt. Bücher enthalten das komprimierte Wissen der Menschheit, und sie leben nur, wenn sie geöffnet und gelesen werden ... intro-video.

unsere Münzbilder zum download

Die Geschichte des Geldes in Münzen: 2500 Münzen aus aller Welt, zum download bereit, sortierbar nach Thema, Land, Zeitepoche. Ideal für den Geschichtsunterricht, eigene Forschungen und Illustrationen. Intro-video.

Münzkatalog

MoneyMuseum Hadlaubstrasse

Unsere Ausstellungen

Viele unserer früheren Ausstellungen können wir heute aus Platzgründen nicht mehr physisch zeigen. Doch ihre Inhalte und Aussagen leben in unseren aktuellen Aktivitäten weiter – sie bereichern Diskussionen und inspirieren neue Projekte. Digital bleiben sie schon heute lebendig und werden als moderne  virtuelle Ausstellungsangebote zugänglich sein, sobald die Ausstellungstechnik dazu bereit ist. 

Archaische Zahlungsmittel im Eingangsbereich

  • Typische Beispiele:

    • Kaurischnecken (Kaurigeld), oft zu Schnüren aufgefädelt; weit verbreitet in Afrika und Asien bis ins 19. Jh.

    • Naturalgelder: Salz, Teeziegel, Tabak, Kakaobohnen, Pelze, Vieh; je nach Region unterschiedlich bewertet

    • Gerätegeld/Barrengeld: Metallstäbe, -barren oder Werkzeuge (z. B. Eisenstäbe/Oboloi im alten Griechenland)

    • Frühformen in China: Kauris sowie spaten- und messerförmige Bronzegeräte als Zahlungs- und Tauschmittel; später Papiergeld

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Notizen

  • Vielfalt traditioneller Zahlungsmittel

  • 1. Traditionelle Zahlungsmittel wie Salzbarren aus Äthiopien, Teeziegel aus China oder Vogelfeder-Rollen sind Zeugnisse einer Zeit vor der Einführung von Geld im heutigen Sinne. Diese Gegenstände sind nicht nur Handelsobjekte, sondern spiegeln komplexe soziale Beziehungen wider, die ohne staatlich garantiertes Geld funktionierten.

2. Soziale Netzwerke statt Geldwirtschaft.


In Gesellschaften ohne Geld steht nicht der materielle Wert einer Transaktion im Vordergrund, sondern die sozialen Beziehungen, Verpflichtungen und gegenseitige Unterstützung. Die Versorgung basierte auf Tausch und gegenseitiger Hilfe innerhalb eines sozialen Netzwerks.

3. Forschung von Heinzpeter Znoj in Zentralsumatra.

Der Sozialanthropologe Heinzpeter Znoj untersuchte von 1987 bis 1990 Gemeinschaften, die bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ohne Geld überlebten. Er entwickelte ein dreistufiges Modell, das die Arten von Tauschbeziehungen in monetarisierten und nicht-monetarisierten Gesellschaften beschreibt.

4. Unterscheidung von Transaktionsarten.

Znoj unterscheidet zwischen „liquidierenden“ und „nichtliquidierenden“ Transaktionen:

  • a) Liquidierende Transaktionen sind solche, bei denen die Schuld sofort beglichen wird, wie beim Kauf im Supermarkt.

  • b) Nichtliquidierende Transaktionen sind geprägt von ungenauen Mengen, variierender Gegenleistung und einer zeitlichen Verzögerung beim Ausgleich.

  • 5. Schuldverständnis und soziale Verpflichtungen.

  • In nicht-monetarisierten Agrargesellschaften; da wird Schuld als positive Verpflichtung verstanden, die Beziehungen stärkt und langfristig bindet. Im Gegensatz dazu wird Geldschuld als belastend empfunden, die schnell beglichen wird, um finanzielle Risiken zu vermeiden.

6. Auswirkungen auf soziale Beziehungen:

  • a) Liquidierender Tausch führt zu kurzfristigen, anonymen Beziehungen und stärkt das Individuum.

  • b) Nichtliquidierender Tausch schafft dauerhafte soziale Bindungen, Vertrauen und Gemeinschaft.

7. Das Zahlungsmittel Tabu der Tolai in Papua-Neuguinea.

Die Tolai verwenden Tabu, traditionelle Muschelgeld-Schnüre, die trotz moderner Währungen weiter existieren und offiziell als zweite Währung anerkannt sind. Die Herstellung ist aufwändig und eng mit sozialen und rituellen Praktiken verbunden.

8. Funktion von Tabu im Alltag und Ritual.

Tabu dienen als Zahlungsmittel für alltägliche Güter, kleine Gefälligkeiten und als Wiedergutmachung bei Konflikten. In rituellen Anlässen wie Hochzeiten oder Beerdigungen haben sie eine zentrale Bedeutung, da sie soziale Verpflichtungen und Status symbolisieren.

9. Soziale Verflechtungen und Herstellung von Tabu.

Die Produktion großer Mengen Tabu erfordert Kooperation und soziale Netzwerke, da Einzelpersonen oder Familien die Mengen nicht alleine herstellen können. Der Prozess ist eingebettet in gegenseitige Hilfe, Tausch von Gütern und soziale Anerkennung.

10. Wandel durch Monetarisierung:

Die Möglichkeit, Tabu gegen die staatliche Währung Kina zu kaufen, erleichtert zwar den Zugang, führt aber zu einer Veränderung der traditionellen Gemeinschaftsstrukturen und des sozialen Zusammenhalts.

Letzte Änderung:06/09/2025

Die Geschichte des Geldes

Geld ist mehr als ein Tauschmittel – es ist ein Ausdruck von Macht, Vertrauen und Ordnung. Die Geschichte des Münzgeldes zeigt: Jede Prägung bedeutete nicht nur Handel, sondern Herrschaft, Werte und Weltbilder. Wer Münzen herausgab, formte Realität.

Vom ersten Silberstück bis zum Euro: Geld war nie neutral. Es stützte Imperien, eroberte Territorien und trug Ideologien. Und es zeigt: Vertrauen ist die unsichtbare Grundlage – nicht Technik. Gerade in einer Zeit von digitalem Zentralbankgeld und automatisierten Zahlungssystemen sollten wir das nicht vergessen.

Wer die Zukunft des Geldes mitgestalten will, muss seine Geschichte kennen. Denn Geld kann Werkzeug der Unterwerfung sein – oder ein Mittel für Kooperation. Es liegt an uns, ob wir es entmenschlichen oder neu denken. Die Geschichte mahnt – und motiviert: Geldsysteme sind keine Naturgesetze. Sie sind gestaltbar.

Letzte Änderung:04/08/2025

Manesse Bibliothek der Weltliteratur

Die Manesse Bibliothek der Weltliteratur versammelt seit 1944 Meisterwerke aus allen Kulturen in sorgfältigen Übersetzungen und edler Ausstattung. Sie lädt dazu ein, die großen Stimmen der Weltgeschichte neu zu entdecken und zeitlos gültige Gedanken ins Heute zu tragen.

Ausstellungs Dokumentation:

Letzte Änderung:21/12/2025

Bildung und Ausbildung seit der Antike

Die Ausstellung Bildung und Ausbildung seit der Antike zeigt, wie sich Wissen, Lernen und Erziehung über Jahrtausende entwickelt und unsere Gesellschaft geprägt haben. Sie lädt dazu ein, den Kern von Bildung neu zu hinterfragen.

Ausstellungs Dokumentation:

Videos:

Erste GedankenEntdecken Sie, wie Bildungsideale von der Antike bis ins 19. Jahrhundert Wissen, Charakter und Gesellschaft prägten

Station 1Platon forderte in seiner Politeiaeine Bildung, die eigenständiges Denken und moralisches Handeln fördert.

Station 2Mit dem Ende der Antike verschwand in Europa die klassische Bildung, Kloster- und Domschulen bewahrten Wissen.

Statioin 3Der Beginn der frühen Neuzeit brachte Geld und Stadt ins Zentrum der Macht.

Station 4Es werden historische Bildungskonzepte, Reformpädagogik und staatliche Schulen beleuchtet.

Station 5Der Fokus liegt auf der Wechselwirkung von Geld, Moral und sozialem Wandel.

Station 6Die Station zeigt, wie sich ein globaler ökonomischer Lehrkanon entwickelte.

Letzte Änderung:21/12/2025

Das Wesen des Geldes

Die Ausstellung Das Wesen des Geldes erkundet, was Geld jenseits von Zahlen und Münzen wirklich bedeutet – als Symbol für Vertrauen, Macht und gesellschaftliche Ordnung. Sie regt dazu an, die tiefere Natur des Geldes zu hinterfragen und seinen Einfluss auf unser Denken und Handeln zu erkennen.

Dokumentation:

Videobeiträge:

Eine interdisziplinäre Erkundung

Station 1: Einführung in das Thema Geld

Station 2: Die Funktionen des Geldes

Station 3: Die soziologische und philosophische Dimension des Geldes

Statiion 4: Die Psychologie des Geldes

Station 5: Ökonomische Theorien und Geldsysteme

Station 6: Die Zukunft des Geldes

Letzte Änderung:21/12/2025

Der Kaufmann im Barock

Die Ausstellung Barock rückt jene Kaufleute ins Licht, die hinter der glanzvollen Kulisse von Schlössern und höfischem Prunk die wirtschaftliche Grundlage dieser Epoche schufen. Sie zeigt, wie Handel, Steuern und Kredite die Fürstenhäuser finanzierten sowie die bis heute zentrale Bedeutung der Wirtschaft für die Staatsmacht begründeten.

Ausstellungs Dokumentation:

Letzte Änderung:21/12/2025

Recht und Gerechtigkeit

Unsere Ausstellung lädt dazu ein, den oft spannungsvollen Unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit zu erkunden – und zu hinterfragen, warum beides so oft auseinanderfällt. Anhand ausgewählter Werke aus unserer Bibliothek entdecken Sie, wie sich das Verständnis von Gerechtigkeit über die Jahrhunderte gewandelt hat und was es uns heute bedeutet.

Der vorliegende Podcast erklärt die tiefgreifenden Auswirkungen der Kreuzzüge auf Europa, die weit über materielle Gewinne hinausgingen.

Ausstellungs Dokumentation:

Letzte Änderung:21/12/2025

Astronomie

Diese Ausstellung zeigt die Geschichte der Astronomie von einer völlig neuen Seite – als Spiegel gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Kräfte. Sie lädt dazu ein, hinter die gängigen Heldenerzählungen zu blicken und zu entdecken, wie spannend der wahre Weg wissenschaftlicher Erkenntnis ist.

Letzte Änderung:21/12/2025

«ewig leben»?

Diese Ausstellung lädt dazu ein, den Tod und die Hoffnung auf ein ewiges Leben aus der Perspektive vergangener Jahrhunderte zu betrachten. Anhand ausgewählter Bücher entdecken Sie, wie sich unsere Fragen, Ängste und Antworten rund um das Sterben im Laufe der Zeit verändert haben – und was sie uns heute bedeuten können.

Ausstellungs Unterlagen:

Letzte Änderung:21/12/2025

Der gerechte Preis

Angebot und Nachfrage regeln den Preis. So kennen wir es spätestens seit Adam Smith im Jahr 1776 sein epochales Werk An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. Doch es gab auch eine Zeit, in der nicht der Markt den Preis bestimmte, sondern ein vages Gefühl, welcher Preis gerecht und Gott gewollt sein könnte. Diese Ausstellung führt ein in eine Welt, in der Fragen eines gerechten Marktes tägliches Thema der Politik war.

Der vorliegende Podcast erklärt die tiefgreifenden Auswirkungen der Kreuzzüge auf Europa, die weit über materielle Gewinne hinausgingen.


Ausstellungs Unterlagen:

Die mittelalterliche Weltordnung

Die Stadt

Letzte Änderung:21/12/2025

ChinaForum

Das ChinaForum des MoneyMuseums ist eine Plattform, um China in seiner ganzen Vielfalt besser kennenzulernen und zu verstehen. In Vorträgen, Gesprächen und Diskussionen kommen Expertinnen und Experten zu Wort, die Einblicke in Geschichte, Kultur, Wirtschaft und Politik Chinas geben und so den Dialog zwischen den Welten fördern.

Das ChinaForum

Zur Webseite

Das MoneyMuseum führt regelmässig einen Vortragsabendzu einem interessanten Thema über China durch. Ort: Club Baur au Lac, Zürich. Teilnehmerzahl auf 50 begrenzt.

Ziel dieser Veranstaltungen ist ein besseres, tieferes Verständnis für China, seiner Geschichte und seiner Reaktion auf der globalen Politik zu gewinnen.

Letzte Änderung:17/10/2025

Ausgewählte Vorträge als Podcast

Letzte Änderung:06/11/2025

Chinesische Münzgeschichte

„Reiche wachsen und schwinden. Staaten kommen und vergehen“, schrieb Luo Guanzhong in Die drei Reiche. Gleiches gilt für Chinas Geld: Vom Gelben Fluss bis zur Volksrepublik hat das Land viele Geldformen erlebt – und dabei bemerkenswerte Stabilität gezeigt. Kaurischnecken und Käschmünzen blieben über Jahrhunderte im Umlauf. Diese und weitere chinesische Geldformen werden hier im historischen Kontext vorgestellt – ergänzt durch Kommentare der Sinologin Dagmar Lorenz.

Serie A: China ist eine jahrtausendealte Zivilisation

Es war die Landwirtschaft, die das alte China ernährte: Von den Ernten hingen Wohlstand und Stabilität ab. Kein Wunder also, dass schon die chinesische Mythologie von Herrschern berichtet, die den Boden in Ackerland verwandelten und die Flüsse regulierten. 

Einer von ihnen ist der Huanghe, der Gelbe Fluss. In seiner Großen Ebene entwickelten sich die Anfänge der chinesischen Kultur und damit auch der chinesischen Geldgeschichte. Hier lebten in archaischer Zeit Bauern und Krieger. Aus den Inschriften von Bronzegefässen geht hervor, dass sie von Königsgeschlechtern beherrscht wurden: ab dem 16. Jahrhundert vor Christus von den Shang, und ab dem 11.Jahrhundert vor Christus von den Zhou.

Als erstes eindeutiges Zahlungsmittel gilt die Kaurischnecke: ein Importartikel aus den Küstenregionen des ost- und südchinesischen Meeres. Kaurischnecken wurden durchbohrt und auf Schnüre gereiht. Mit Kauris wurden Waren bezahlt, Handwerker und Krieger entlohnt. Kauris wurden auf Raubzügen erobert und in Schatzkammern gelagert. 

Ab etwa 770 vor Christus brach das Reich der Zhou auseinander. Es entstanden zahlreiche Kleinstaaten, die sich in blutigen Kämpfen aufrieben. In der Endphase dieser „Zeit der Streitenden Reiche“ blieben nur noch sieben größere Staaten übrig: Eine Zeit allgemeiner Unsicherheit.


Serie B: Die Qin, Han und Tang Dynastien

221 vor Christus war der letzte Konkurrent niedergerungen. Fortan herrschte der König des Staates Qin als Kaiser über ein erstmals geeintes chinesisches Reich: Bekannt wurde er unter dem Namen Qin Shi Huangdi. 

Unter dem Nachfolger des Ersten Kaisers versank das Reich im Chaos. Schließlich erzwang einer der Kriegsherren die Einigung. Er begründete eine neue Kaiserdynastie: die Han.

Die Han-Kaiser machten den einst verfolgten Konfuzianismus zur herrschenden Staatsdoktrin. Zugleich übernahmen sie von ihren Vorgängern wichtige Verwaltungsstrukturen und auch die Banliang-Münze. Es ist die typische chinesische Münze schlechthin. 

Nach dem Untergang der Han war das Reich in drei Königreiche geteilt. Die Hunnen überrannten das Reich, im Norden und im Süden bildeten sich Teilstaaten – bis es schließlich wieder zu einer Reichseinigung kam: Doch erst 618 gelangte eine Dynastie an die Macht, die China eine politische und wirtschaftliche Blütezeit bescheren sollte: die Tang.

Der zweite Tang-Kaiser, Taizong, eroberte große Gebiete entlang der alten Seidenstraße. Damit fand China ab etwa 630 Anschluss an internationale Händlernetze. Fremde Kaufleute strömten nach China und erhandelten die im Westen begehrten Luxuswaren: Seide, Tee und das um 620 erfundene Porzellan.


Serie C: Handel und das Silber

Mit dem Aufschwung des Fernhandels kam das Silber. Mit Silberbarren bezahlten ausländische Händler Chinas Exportartikel wie Tee, Seide und Porzellan. Silber und Gold bevorzugten auch die Fremdvölker, die China im 12. und 13. Jahrhundert beherrschten: die Dschurdschen und die Mongolen. Kublai Khan, der Enkel Dschingis Khans, hatte mit seinem Reitervolk im 13. Jahrhundert das chinesische Reich überrannt und die Yuan-Dynastie begründet.

Das änderte sich spätestens, als rebellierende Bauern die Mongolenherrschaft hinwegfegten – und einer ihrer Anführer im 14. Jahrhundert den Drachenthron bestieg: Als Kaiser Hongwu und Begründer der Ming-Dynastie sollte er in die chinesische Geschichte eingehen.


Serie D: Die Europäer und das Opium

Mit Silberpesos aus der Ära des spanischen Königs Philipps des Zweiten bezahlten die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert die chinesischen Luxuswaren Tee, Seide und Porzellan. Drehscheibe ihres Chinahandels war der 1571 gegründete Hafenstützpunkt Manila auf den Philippinen. 

Holland und England stiegen zu führenden Seehandelsnationen auf und brachen in die Märkte der Spanier und Portugiesen ein. In China kam es zu einer Währungskrise – die vor allem die Bauern in den Ruin trieb, denn sie verkauften ihre Ernte gegen Käschmünzen, ihre Steuern aber mussten sie in Silber entrichten. Probleme, mit denen auch die nachfolgende Kaiserdynastie Chinas zu kämpfen hatte. Wieder einmal hatte eine Fremddynastie den Drachenthron erobert: Es waren die Mandschu. Seit 1644 stellten sie die chinesischen Kaiser.

Wie schon ihre Vorgänger, so waren auch die Mandschu-Kaiser darauf bedacht, das chinesische Reich gegen Einflüsse von aussen abzuschotten – ungeachtet der Tatsache, dass sich China schon damals den Auswirkungen eines sich zunehmend globalisierenden Handels kaum mehr entziehen konnte. Für den chinesischen war es undenkbar, mit einem ausländischen Staat Beziehungen auf gleicher Augenhöhe zu pflegen: Das Reich der Mitte war schließlich allen anderen Völkern auf dieser Erde kulturell weit überlegen. 

Doch eine wahrhaft barbarische Ware eroberte knapp dreißig Jahre später den chinesischen Markt: das Opium. Britische Kaufleute der Ostindienkompanie führten das Opium aus Indien ein. Derselbe Stoff, der ihre Kunden süchtig machte, bescherte den Engländern eine günstige Handelsbilanz. 

Das chinesische Kaiserhaus ließ den Opiumhandel verbieten. Und als das nichts nutzte, versuchte man den Opiumhandel mit Gewalt zu unterbinden. Darauf wiederum reagierte England: mit Kanonenbooten. So kam es von 1839 bis 1842 zu den sogenannten Opiumkriegen. Da China der modernen westlichen Militärtechnik so gut wie nichts entgegenzusetzen hatte, blieb ihm nichts anderes übrig, als alle Forderungen Englands zu akzeptieren. Und das war erst der Anfang: Den Engländern folgten die Franzosen, die Russen, die Deutschen – und später sogar die Japaner.


Serie E: China wird Republik

Fremdenfeindliche Aufstände erschüttern das Land. Doch die Fremden schlagen zurück: Ein internationales Expeditionskorps erobert Peking. Die Tage des chinesischen Kaiserreichs sind gezählt. 1912 dankt das chinesische Kaiserhaus ab. 

China wird Republik. Sein neuer Präsident heisst Sun Yatsen. Die neue Republik lässt einen neuen Silberdollar prägen: mit dem Porträt des Dr. Sun Yatsen. Den Machtkämpfen zwischen Warlords, einer Regierung in Peking, und einer Nationalchinesischen Gegenregierung in Nanjing folgte in den 1930er Jahren die japanische Invasion Chinas. 

Auf dem Finanzsektor herrschten chaotische Zustände. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dauerte es noch einmal vier Jahre, bis der Bürgerkrieg zu Ende war und Mao Zedong in Peking einmarschierte, wo er am 1949 die Volksrepublik China ausrief. Chiang Kai-Shek war nach seiner Niederlage gegen die Truppen Mao Zedongs nach Taiwangeflohen. Auf der Insel vor dem chinesischen Festland etablierte er mit amerikanischer Unterstützung seine Republik, die in Wahrheit eine Diktatur war. Diktatorisch wurde auch das Festland regiert – durch die Kommunistische Partei Mao Zedongs.

Unter dem Reformer Deng Xiaoping begann eine Entwicklung, die China innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einem kapitalistischen Boom verhalf – und dies unter der Führung der Kommunistischen Partei. Sie beansprucht nach wie vor die Alleinherrschaft – während Taiwan sich demokratisiert hat. 

Doch was die Glitzerfassaden der Boomtowns verbergen: Viele Chinesen leben im Schatten des Wirtschaftswunders – Wanderarbeiter in den Städten oder arme Bauern auf dem Lande. Die Zukunft Chinas wird auch vom Umgang mit dieser sozialen Hypothek abhängen.

Letzte Änderung:03/07/2025

Der weirdo Podcast - chinesisches Denken verstehen lernen

Die Mission des Podcasts ist es, eine „menschliche Perspektive“ auf globale und persönliche Themen zu bieten, die über geopolitische Analysen hinausgeht und sich auf die Gedanken und Gefühle der Menschen konzentriert. Die behandelten Themen reichen von existenziellen Fragen und zwischenmenschlichen Beziehungen, insbesondere aus weiblicher Sicht, über globale Politik und Wirtschaft bis hin zu Fragen der Medien und Authentizität.


Letzte Änderung:11/08/2025

Unsere Arbeitsbibliothek

Das MoneyMuseum unterhält einen Arbeitsbereich als Arbeitsbibliothek. Dort werden Kommentare, Beschreibungen und Scans zu einzelnen Werken abgelegt. Die Seite ist erreichbar mit untenstehendem Link.

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Unsere Audio-Sammlung wächst stetig und lädt zum Entdecken ein. In verschiedenen Rubriken bieten wir Ihnen Beiträge, die zum Nachdenken anregen, Zusammenhänge aufzeigen und neue Perspektiven eröffnen. 

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